Hands-On hormonisiert Dich und Dein Klient

Ist Dir bewusst wie wertvoll Du als Personal Trainer für jeden Deiner Klienten sein kannst? Nein, ich meine nicht im klassischen Sinne als Experte fürs Training. Sondern als Mensch, der real ist. Du bist ein realer Mensch, der anfassen kann und somit einen unschlagbaren Vorteil gegenüber Social Media oder Youtube besitzt. Jeder Handschlag zur Begrüßung, jeder Hands-On Griff beim Anleiten von Übungen oder jede freundliche (offenherzige) Umarmung bei der Verabschiedung erzeugt Oxytocin. Bei Dir und Deinem Klienten. Das Kuschelhormon ist unser großer Benefit, den wir vielen anderen Berufen voraus haben. Laut einem Zeitungsartikel aus der "Welt" von 2006 gelten Personal Trainer neben Friseur oder Handwerker als die TOP-5 Berufe im Jahr 2020. Eventuell waren die entsprechenden Begründungen damals anderweitig, da die Zeit seit dem sicherlich andere Ursachen für unsere Top-Platzierung hervorgebracht hat. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass wir als Dienstleister am und mit Menschen eine enorm wichtige Komponente in unserer Gesellschaft darstellen. Aufgrund von Digitalisierung und gewissen Distanzen zwischen Menschen (durch veränderte Jobstrukturen) verarmt körperliche Nähe. Als soziale Wesen sind wir für emotionale Gesundheit allerdings darauf angewiesen. Und genau das können wir tagtäglich leisten und somit eine gesunde Bindung zum Klienten aufbauen und ein Grundbedürfnis bei ihm erzeugen und bedienen. Egal ob im klassischen Krafttraining mittels professionellen Grifftechniken oder durch bestimmte Mobilisations- und Massagetechniken können wir Klienten für uns gewinnen und Vorfreude auf die nächste Session erzeugen.

Also: Anfassen ist eine Kompetenz - in vielerlei Hinsicht - nutze Dein fast schon Alleinstellungsmerkmal in unserer Gesellschaft und hormonisiere Dein Business mit Oxytocin.

 

 

Meine TOP-Vagusregulation: Der 4 - Punkte - Finger - Griff am Occiput

Wenn Du diesen Griff beherrschst, kannst Du eine Vielzahl von anderen Regulationen und Traktionen durchführen. Dein Klient wird sofort fühlen, was im Nacken und Kopfbereich passiert. Er kann sich fallen lassen und das Gewicht des Kopfes auf der HWS wird kaum spürbar.

 

 

Vorgehensweise

Finde den Occiput (Hinterhauptbein): Das Hinterhauptbein ist der am Halsübergang gelegene Teil des Schädels. Es bildet den hinteren Abschluss der Schädelhöhle und mit dem Atlas das erste Kopfgelenk. Der Occiput entsteht durch Verschmelzung von vier Knochen des Hinterhauptbeins wobei der sog. horizontale Teil durchbohrt ist. Durch dieses daumenstarke Loch (Hinterhauptsloch) tritt das Rückenmark aus der Schädelhöhle in den Wirbelkanal, die Wirbelarterien und von außen in die Schädelhöhle ein. Zu beiden Seiten dieses Loches liegen die beiden konvexen Gelenkfortsätze, mittels deren sich der ganze Kopf auf dem ersten Halswirbel nach vorn und hinten bewegen, beugen und strecken kann.

Umgreife mit den Händen seitlich den Kopf des Klienten, so dass Deine Daumen links und rechts vom Halsmuskelstrang in die weiche minimale Kuhle greifen. Die anderen vier Finger liegen fächerförmig um die Ohren (kein Druck auf die Ohrmuschel) und je nach Kopfmaße und Deiner Fingerlänge am Schläfenbein. Achte darauf, das der Kopf des Klienten aufgerichtet und die HWS so locker wie möglich ist. Deine optimale Position ist am Rücken des Klienten sitzend. Du hast engen Kontakt mit ihm, so dass er sich auf Dein Kommando: "Ich halte Deinen Kopf und ziehe ihn leicht nach oben und Dein Körper sinkt ruhig nach unten." hin wirklich langsam fallen und anlehnen kann. Gib sanft aber bestimmten sowie konstanten Zug nach oben. Wenn der Hals des Klienten richtig locker und losgelöst ist, kannst Du ihn auch minimal in fast jede Richtung rotieren. Achte auf ausreichend aber nicht zu viel Druck in die Occiputmuskulatur mit den Daumen. Bleibe in Kommunikation mit dem Klienten. Er kann ein ausstrahlendes Gefühl bis in die Augenbrauen fühlen.
Wichtig ist hierbei, dass Du genügend Länge (Traktion) in die HWS gibst und der Klient sich nach und nach fallen lassen kann. Atme ruhig und gib sanfte Kommandos, Du bist ja nur wenige Centimeter vom Gesicht entfernt.
Wie bist Du bei dieser Postion drauf? Hast Du Respekt oder Scham bei dieser (notwendigen) Nähe? Unsicherheit und abschweifende Gedanken spürt der Klient sofort. Das erzeugt Unbehagen auf beiden Seiten und trägt nicht zur professionellen Wahrnehmung bei. Ich empfehle Dir, diesen Griff an einer Person Deines Vertrauens zu beüben und Dir ehrliches Feedback über Druck, Führung, Verständnis etc. geben zu lassen.
Personen mit steifen Nacken, Kopfschmerzen (Migräne) oder unter Stress werden Dir für diese Regulationsstechnik dankbar sein.